Struktur und Rituale

Ein geregelter Tagesablauf gibt Ihrem Kind Halt und Geborgenheit, er ist wie ein roter Faden, der sich durch den Tag zieht, allerdings aber auch ausreichend Platz für Flexibilität und Spontaneität lässt. Unser Tagesablauf wird durch geregelte Bring- und Abholzeiten, den immer zur gleichen Zeit eingenommenen Mahlzeiten und den Schlafzeiten bestimmt. Diese immer wiederkehrenden Rituale geben Ihrem Kind Sicherheit und Orientierung und schaffen Vertrauen.

Natürlich wird neben dieser notwendigen Tagesstruktur viel Platz für freies und angeleitetes Spiel, Bewegung, Toben, Vorlesen, Basteln, Kneten und Singen sein.

Schon beim Bringen entwickeln Kinder des Öfteren selbst eigene Rituale. So ist neben dem gemeinschaftlichen Ausziehen von Jacke und Schuhen zusammen mit Ihnen als Elternteil, die Art der Verabschiedung ganz wichtig. So möchte vielleicht Ihr Kind immer von Arm zu Arm übergeben werden, oder alleine reinlaufen und nur zum Abschied kurz winken. Für einige Kinder und Eltern ist das Abschiedsküsschen ein fester Bestandteil und die Aussage, dass Mama oder Papa jetzt zur Arbeit gehen von großer Bedeutung. Für viele Kinder ist es auch wichtig zu wissen, wer sie am Ende der Betreuungszeit des heutigen Tages abholt.

Auf jeden Fall sollte die Begrüßung und Verabschiedung Ihres Kindes gleichbleibend durchgeführt werden, damit sie zu einer verlässlichen Konstante im Tagesablauf Ihres Kindes werden und es sich von morgens an sicher und geborgen fühlt.

Wenn alle Kinder eingetroffen sind, beginnen wir den Tag mit einem Morgenkreis, indem sich die Kinder mit einem kurzen einfachen Lied begrüßen. Danach starten wir unser gemeinsames Frühstück. Das anschließende Mund- und Händewaschen im Bad ist ebenfalls ein tägliches Ritual.

„Wer kann denn schon seine Schuhe alleine anziehen?“ heißt es jetzt beim anschließenden Rausgehen.

Ihr Kind zur Selbstständigkeit zu motivieren ist mir ein großes Anliegen. Dafür nehme ich mir ausreichend Ruhe und Zeit, denn hat Ihr Kind etwas „alleine“ geschafft, ist dies immer mit Freude und Glücksgefühl verbunden.

Nach unserem „nach Hause kommen“ werden Hände gewaschen, es darf frei gespielt werden bis das Mittagessen fertig ist.

Das mit den Kindern zusammen angestimmte Aufräumlied „1,2,3, die Spielzeit ist vorbei – Alle Kinder groß und klein räumen jetzt das Spielzeug ein“ läutet das Ende der Spielzeit ein und alle helfen das Spielzeug an seinen Platz zu räumen.

Das anschließende Mittagessen und die Schlafenszeit haben, wie schon erwähnt, ihren eigenen Rhythmus.

Diese täglichen Fixpunkte geben dem Tag ein stabiles Gerüst. Dieser feste Rahmen zeigt Ihrem Kind täglich aufs Neue: hier weiß ich was mich erwartet, hier hat alles seinen Platz, hier kann ich mich sicher und geborgen fühlen.

Da die Schlafenszeit, im speziellen das Einschlafen für viele Kinder ein sehr sensibler Moment ist, werde ich behutsam und einfühlsam schauen, was Ihr Kind braucht um in einen ruhigen Schlaf zu finden. Möglicherweise ist es eine leise Schlafmusik, ein kleines Nachtlicht oder das Singen eines Schlafliedes.

Außerdem ermutigt dieser starke Rückhalt Ihr Kind jeden Tag sich auf neue Entdeckungen einzulassen und sich weiter zu entwickeln.

Kinder entwickeln im Laufe der Zeit auch gern ihre eigenen Rituale. So brauchen sie vielleicht nach dem Ankommen am Morgen „ihre Zeit“ auf dem Schoß um dann anschließend ins Spiel zu finden, oder den immer gleichen Platz am Essenstisch oder das immer gleiche beruhigende und sichere Ritual um in einen guten Schlaf zu finden.

Um von den schon vorhandenen Besonderheiten Ihres Kindes zu wissen, ist eine offene und verständnisvolle Partnerschaft zwischen Ihnen als Eltern und mir als Betreuungsperson Ihres Kindes sehr wichtig.