Ko – Konstruktion als pädagogischer Ansatz

Eingangs habe ich Gerald Hüther zitiert, der sagt, dass Kinder mit einer ihnen angeborenen Offenheit, Neugier und Entdeckerfreude in die Welt hinausgehen um ihre eigenen kreativen Ideen zu entwickeln.

Meine Rolle dabei sehe ich als Entwicklungsbegleiterin. Durch die relativ kleine Gruppengröße von maximal 5 Kindern kann ich das in Ihrem Kind angelegte Potenzial gut erkennen und ihm Raum geben, es zu nutzen und weiter zu entwickeln.

Dabei ist besonders wichtig, eine gute Balance zwischen freiem Spiel und angeleiteten Angeboten zu finden.  

Gerade für die unter 3-jährigen ist die Kindertagespflege ein optimaler Ort zu lernen, weil sie dies hier in einem überschaubaren und geschützten Ort beständig und vor allem aus Alltagssituationen heraus tun können.

Kommen wir auf unserem Ausflug zum Beispiel an einer Wiese mit Maulwurfshügeln vorbei, wissen viele Kinder nicht was für „komische braune Erdhügel“ sie da entdeckt haben. Jetzt bietet es sich an, Ihrem Kind etwas über das Tier – den Maulwurf – zu erzählen und das Thema später mit entsprechenden Bilderbüchern nochmal aufzugreifen und zu vertiefen.

So bedarf es beim Lernen nicht nur der Tatsache, „in die Welt hinauszugehen“, sondern auch einen Interaktionspartner, einen Erwachsenen, der Ihrem Kind auch erklären kann, was es dort entdeckt hat.

Dieses Ko-konstruktive Bildungsverständnis findet nicht nur zwischen Kind und Erwachsenem, sondern auch zwischen den Kindern untereinander statt.

So erklären die größeren den kleineren Kindern schon gerne, warum sie jetzt den Topf vom Puppenküchenherd mit dem Topflappen anfassen und vielleicht sogar hineinpusten – weil das Essen eben heiß ist.

Es ist meine Aufgabe, für Ihr Kind eine anregungsreiche Umgebung zu schaffen und herauszufinden, was es gerade brennend interessiert, was es bereits weiß und was es darüber hinaus noch lernen will.

Wenn wir zum Beispiel auf unserem Spaziergang an einer Baustelle vorbeikommen oder anhalten, um zuzuschauen, wie der Müll aus der Mülltonne in dem großen Müllabfuhrauto verschwindet, dann sind dies zwei Situationen, in denen ich intensiv beobachten kann, ob sich ihr Kind für dieses Thema maßgeblich interessiert. Das ist der Fall, wenn Ihr Kind intensiv zuschaut, deutet, fragt, mich an eine bestimmte Stelle zieht, an der es besser beobachten kann oder auf Entdeckungen hinweist.